Interview Eva-Maria Obermann

Interview Eva-Maria obermann


Stell dich bitte kurz vor und sag uns doch was dein Aktuelles Buch Projekt ist!

Im Grunde laufen gerade mehrere Projekte parallel. Ich bin dabei den dritten Teil von Zeitlose, der nächstes Jahr erscheinen soll, zu beenden. Hier bin ich am großen finale, was es mir nicht leichter macht. Immerhin muss ich mich danach von den liebgewonnenen Figuren trennen, die mich lange begleitet haben. Außerdem schreibe ich an einer Märchenadaption mit Steampunk-Elementen. Hier bin ich durch meinen Krankenhausaufenthalt Anfang des Jahres ziemlich im Rückstand und darum hat es besondere Priorität. In die finale Phase geht es dafür bei der ersten Anthologie des Nornennetzes, die dieses Jahr noch erscheinen wird. Ein besonderes Projekt, auf das ich mich sehr freue. Und ganz oben steht für mich meine Dissertation im Bereich Literaturwissenschaft. Da ich im August zum vierten Mal Mama werde, muss bis dahin der Rohtext komplett stehen.

Unter welcher Adresse (URL) bist du und deine Bücher zu finden?

Ihr findet mich auf schreibtrieb.com. 
Wer gerne etwas mehr über meine Lesevorlieben wissen möchte, sollte allerdings auch mal auf meinem Buchblog vorbeischauen. (buchblog.schreibtrieb.com)

Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit bei deinen Büchern, die die anderen nicht haben? 
 
Ich stehe im Austausch mit vielen Autoren und habe nicht das Gefühl, anders zu arbeiten. Ein Vorteil ist bestimmt, dass ich als Buchbloggerin und auch als Literaturwissenschaftlerin einen anderen Blick habe. Manchmal spiele ich dann in meinen Texten mit Motiven oder Anspielungen, die für viele erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind. Ob es das besser macht, weiß ich auch nicht, aber es macht auf jeden Fall Spaß.

Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft für deine Bücher und darüber hinaus? 
 
Natürlich wünsche ich mir, dass meine Bücher möglichst viele Leser erreichen und auch meine zukünftigen Projekte Anklang finden. Ich habe so viele Ideen, die ich noch auf Papier festhalten will. Dabei finde ich es auch spannend, zu beobachten, wie ich mich selbst entwickle und welche Wege, die ich vorher nie in Betracht gezogen hätte, plötzlich verlockend erscheinen. Die Rückmeldungen, die ich von Lesern und Bloggern zu Zeitlose bisher bekommen habe, sind allesamt positiv und aufbauend. Das stärkt ungemein und jedes liebe Wort sorgt dafür, dass ich noch intensiver an meinen Texten arbeite.

Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?


Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus? 
 
Ich habe einen Master im Bereich Literaturwissenschaft und Medien und Kommunikationswissenschaft. Derzeit promoviere ich und arbeite an der Uni. Dort darf ich Kurse geben, was mir unheimlich viel Spaß macht und wo ich die Begeisterung für mein Fach weitergeben kann. Jedes Mal, wenn ich merke, der Funke springt über, ist das ein kleiner Erfolg.

Was ist dir lieber, Serie oder Film? 
 
Schwierige Frage, da die oft ganz anders strukturiert und aufgebaut sind. Eine Serie kann viel mehr Raum für die Figurenentwicklung lassen und mehr Geheimnisse ans Licht bringen, während der Film dafür einen großen roten Faden hat. Das Problem ist, wenn ich an Filme denke, die aus Serien entstanden sind, waren die oft genauso enttäuschend, wie Serien, die aus Filmen entstehen. Jedes hat für sich etwas, aber der Sprung ins andere Genre sollte meist einfach gelassen werden.
Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Englischsprachige Bücher gibt es fast überall und ich lese sehr gern auf Englisch. Wenn ich aber ohnehin gerade unterwegs bin und viele neue Eindrücke auf mich einprasseln, schreibe ich wahrscheinlich selbst. Die Inspiration direkt nutzen zu können, ist doch etwas Großartiges.

Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest? 
 
Mein Mann ist ein wunderbarer Mensch, der mich bei allem unterstützt. Zeitlose hat er aber bis heute nicht gelesen. Das ist für mich aber kein Problem. Ich werde ihn nie zwingen, etwas zu lesen, was vielleicht vom Genre her schon einfach nicht sein Ding ist. 
 
Wo schreibst du am liebsten? 
 
Kommt darauf an, was ich schreibe. Bei Romanprojekten brauch ich einen großen Bildschirm und eine dementsprechend angenehme Tastatur, weil ich dann Stunden am Rechner verbringe. Gedichte dagegen schreibe ich am liebsten mit der Hand. Gerade mache ich bei einem Projekt mit Briefen mit, schreibe also Passagen oder Hintergrundinfos zu einem meiner Roman per Hand in Briefform. Das funktioniert erstaunlich gut, weil ich so die Figur selbst viel genauer kennen lerne und auch mehr über sie erfahre.

Was darf beim Schreiben nicht fehlen?

Etwas zu trinken. Momentan natürlich kein Kaffee, sondern nur Tee. Essen beim Schreiben funktioniert bei mir weniger gut, weil meine Hände die ganze Zeit an der Tastatur sind^^. Manchmal höre ich zum Reinkommen Musik, aber als Mutter habe ich Übung darin, den Geräuschpegel getrost zu ignorieren. 
 
Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab? 
 
Ich schreibe sehr gerne fantastische Literatur, aber nicht nur. Im letzten Mai ist ein Liebesroman von mir bei bookshouse erschienen und ich habe noch ganz andere Genres angedacht. Einerseits, weil ich mich da unheimlich schwer festlegen kann. Wenn mich eine Idee begeistert, sie aber eben nicht zu Fantasy passt, dann zwing ich sie nicht in das Genre hinein. Und andererseits entwickle ich mich dadurch ungemein weiter, nicht nur auf eine Richtung beschränkt zu sein.



Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat? 
 
Fiese Frage. Ich lese gerade ein Manuskript einer Freundin, das wirklich sehr gut ist, aber eben noch nicht erschienen. Eine fesselnde Empfehlung, die ihr bereits kaufen könnt, ist Schneepoet von Nika Sachs und die nachfolgenden Bände. Der letzte erscheint gerade im März und ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Welches Buch möchtest du unbedingt selbst noch / als nächstes lesen? 
 
Ich könnte dir eine Liste meines SuB schicken, aber das würde wohl alles sprengen^^ Als nächstes auf der Liste steht bei mir Poison Princess von Kresley Cole, ein Wanderbuch.

Worauf achtest du beim Verfassen deiner Klappentexte?

Klappentexte sind eine schwierige Angelegenheit. Sie sollen genug beinhalten, um Interesse zu wecken, aber nicht zu viel, um alles vorweg zu nehmen. Ich versuche, nur Ansätze zu liefern, die alles oder nichts erwarten lassen. Wenn man beim Lesen des Klappentextes schon die komplette Handlung kennt, finde ich das frustrierend.

Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht? 
 
Wenn, dann nur mit Warnung. Ich bin aber der Meinung, man kann so ziemlich alles sagen, ohne zu spoilern. Eine gute Rezension besteht ja auch Begründungen und sollte sich nicht allein an der Handlung festmachen. Es geht um Stil und Ausarbeitung, Figurentiefe und auch um das, was zwischen den Zeilen steht. Ich persönlich mag aufgebauschte Rezensionen, die den Leser drängen, weniger, sondern lieber welche, die Positives wie Negatives aufzeigen und dem Leser seine eigene Wahl lassen.

Wie kommen dir die Ideen für deine Bücher?

Gedankenblitze, Kopfkino, Assoziationen, die sonst vielleicht keiner hat. Immer und überall stoße ich darauf und habe darum auch eine ziemlich lange Liste an Ideen, auf die ich zurückgreifen will. Manchmal starte ich auch mit einem Motiv, einer Metapher oder einer Reprise und komme dabei auf meinen Plot.


Hast du Lieblingsautorinnen/Lieblingsverlage? 
 
Lieblingsautor*innen finde ich immer schwierig zu benennen. Mir geht es ehrlich eher um das Werk an und für sich. Nur weil ich das eine Buch gut fand, muss mir das nächste nicht auch gefallen. Terry Prattchets Scheibenweltromane mag ich sehr, ich lese gerne Herman Hesse und freue mich über jeden neuen Juli Zeh Roman. An Verlagen ist da natürlich der Schwarzer Drachen Verlag zu nennen ^^. Einer meiner Lieblingsverlage, von dem ich ungesehen jedes Buch kaufen würde, ist der Knaus Verlag. Die Bücher sind oft etwas Besonderes, die Sachbücher immer wieder faszinierend und auch die Belletristik einfach nur sorgfältig ausgesucht. Für Kinderbücher mag ich den Nord Süd Verlag sehr und auch Magellan, deren Bücher auch für Erwachsene einfach toll zu lesen sind.

Liest und rezensierst du selbst Bücher? 
 
Ja. Ich führe einen Buchblog (siehe oben) und bin eine richtige Leseratte. Mein Mann hat mir mittlerweile eine Wand in eine komplette Bücherwand verwandelt. Auch meine Kinder habe ich damit angesteckt und fürchte, das kann uns keiner mehr austreiben.

Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt dich als Autor selbst, welche spricht dich an, welche wünscht du dir für dein Buch? 
 
Ich glaube, es kommt gar nicht auf die Werbung selbst an, sondern auf die Art und Weise, wie sie präsentiert wird. Wenn bei jedem Öffnen von Instagram der gleiche Buchtrailer kommt, der dann auch noch nichtssagend ist, finde ich das eher nervig und unnötig. Ich mag auch keine Massenaktionen. Wenn ich von einem Buch in den sozialen Medien regelrecht erschlagen werde, bin ich eher skeptisch. Wenn das gleiche Buch nach einem halben Jahr nochmal auftaucht, schaue ich es mir viel eher an. Wenn die Werbung vom Autor direkt kommt, sollte sie ruhig persönlich sein. Gerade da kann man ja die Schritte bis zur Veröffentlichung mitverfolgen und mitfiebern. Auch da gilt aber Qualität vor Quantität. Wer als Person auftritt und immer nur von sich redet, wird schnell in den Hintergrund gedrängt. Ich mag ausgefallene Goodies und auch große, kreative Aktionen. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich kleine Anhänger verteilt und das ist super angekommen.





Danke für das tolle Interview und auch danke das ihr es gelesen habt.

LG eure Franzi



0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutz Richtlinien dieses Blogs einverstanden!

Kontaktformular

Name

E-Mail *

Nachricht *