Interview Barbara Drucker


Nun habe ich ein Interview für euch. Die liebe Barbara hat sich extra ein paar Stunden Zeit genommen um mit mit dieses zu führen. 

 

Hallo liebe Barbara, danke das du dir die Zeit nimmst mir und auch meinen Lesern ein paar Fragen zu beantworten. Bevor wir richtig anfangen könntest du dich bitte einmal kurz Vorstellen?

Willst du meine Eckdaten? Ich bin Jahrgang 1968, fühle mich aber wie Anfang 40 😉 In Wien geboren, aufgewachsen und hängengeblieben, was absolut okay ist, denn ich liebe meine Stadt. Deshalb wird auch mein nächster Roman in Wien spielen. Apropos nächster Roman: Ich veröffentliche unter zwei Namen. Unter Barbara Drucker findest du meine Historischen Thriller und unter B.D. Winter Gay Romantic Suspense. Beiden ist gemeinsam, dass ich mein Faible für männliche Protagonisten auslebe und Heldentum von verschiedenen Facetten beleuchte. 

Ah Interessant das war eine meiner Fragen Warum 2 Namen? Ist es einfacher für dich so in die unterschiedlichen Genre zu finden, wen du unter verschiedenen Namen schreibst?

Das Pseudonym ist vor allem ein Service für meine Leser. Ich weiß, dass das Thema Homosexualität leider immer noch polarisiert. Auch wenn ich meine Romane so schreibe, dass sie sehr wohl auch aufgeschlossene Menschen ansprechen, will ich doch vermeiden, dass ein Marchese-Fan unwissentlich hineinstolpert. Jemandem etwas aufzudrängen wäre der falsche Weg. Ich halte aber mein Pseudonym offen, jeder kann also sehr einfach die Querverbindungen ziehen.Das ist mir auch sehr wichtig, weil es in beiden Fällen ja um die Mischung von Beziehung und Spannung geht. 



 Oh ja das stimmt als ich für dieses Interview einige sachen nach schaute bin ich da direkt drauf gestoßen. Ich finde das prsöhnlich auch klasse. Nun zu deinem Buch welches heute im Vordergrund steht, wie beziehungsweise wo ist dir die Idee dazu gekommen?

Für "Das Gift der Schlange" gab es mehrere Impulse bzw. Inspirationsquellen. Während meiner Ausbildung zur Schreibpädagogin entstanden erste Szenen, schon damals wollte ich unbedingt einen historischen Roman schreiben. Dort schrieb ich etwa die Urfassungen zur Vergiftungsszene oder zur Flucht von der Ruine. Der Marchese hatte schon im Kurs etliche Fans, die um sein Leben fürchteten. 🙂
Da ich über Schiller promovierte, stand für mich außerdem fest, dass die Geschichte in der Schillerzeit, also Ende des 18. Jahrhunderts, spielt. Das reduzierte den immer noch gigantischen Rechercheaufwand ein wenig, weil ich gut in die Zeit, in ihre philosophischen, religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingearbeitet war. Damals boomten auch Geheimbünde (z.B. die Freimaurer und die Illuminaten), es gab eine Hype um Geheimbundliteratur und so kam der fiktive Schlangenorden ins Spiel. Und letztendlich wollte ich Abenteuer, also auch ein bisschen James Bond, Karl May und Mantel und Degen, das machte den Marchese zum Spion.
Den Leitgedanken, die sogenenannte zentrale Idee, entnahm ich auch "Golden Eye", einem James-Bond-Film. Es gibt dort einen Dialog zwischen Bond und dem Bond-Girl: Bond: "This is, what keeps me alive" (Das ist das, was mich am Leben erhält) Sie: "This is, what keeps you alone" (Das ist das, was dich einsam macht). Dieser Wortwechsel beeindruckte mich tief und ich wollte herausfinden, ob und unter welchen Bedingungen ein Mann, der täglich sein Leben aufs Spiel setzt, lieben kann.

Eine bunte Mischung aus klassischen und neun Elementen, das habe ich beim lesen schon gemerkt. Der geheimbund hat es mir besoders angetan, ich selbst bin ein Dan Brown fan und war dadurch sofort in meinem Element. Aber sag mal war der spagat zwischen Machtspiel und der liebe zu finden schwierig im schreiben? Also was ist dir leichter gefallen zu schreiben? 

Dir ist auch Dan Brown eingefallen? Eine Rezensentin bezeichnete den Roman einmal als "gelungene Mischung aus 007 und Sakrileg" 😀
Ja, die Mischung war wirklich eine Herausforderung. In der Urfassung war etwa die Szene unter der Weide extrem romantisch, fast schon kitschig. Das musste ich zurückfahren, denn ich hatte ein Plausibilitätsproblem. Insgesamt denke ich aber, dass gerade diese Mischung aus Machtspiel und Liebe den Roman ausmacht. Sonst wäre es eine 08/15-Romanze geworden. Die größte Herausforderung beim Schreiben war, das Verwirrspiel möglichst lange aufrechtzuhalten. also auf wessen Seite der Marchese nun steht.
Oh ja ich konnte das Buch nun wirklich nicht weck legen ich musste es wissen, aber wir wollen ja nicht zu viel verraten nicht wahr! 😉 Ja Dan Brown war mein erster gedanke aber ich finde auch ein guter den wer mag die Bücher nicht. 😉 Nun mal zum Schreibprozess allgemein, wie läuft es bei dir so ab sobald die Idee steht? Fängst du mitten im Buch an oder lieber Kapitel für Kapitel? Un dgibt es etwas was du dabei immer brauchst. zum Beispiel einen Tee oder passende Musik?

Bei "Das Gift der Schlange" fing ich mit einigen Schlüsselstellen an, bzw. ich zog sie vor, wenn ich es gar nicht mehr erwarten konnte. Mit dem Ergebnis, dass ich sie dann neu schreiben musste, weil sich die Figuren anders entwickelt hatten 😉
Jetzt schreibe ich chronologisch. Ich habe immer einige Schlüsselstellen im Kopf, die ich anpeile, die sind wie Meilensteine. Das sind die extrem emotionalen Szenen oder einprägsame Bilder, Actionszenen, Wendepunkte. Ich kenne immer die Schlussszene. Manchmal ändert sich die Wahl, die der Held trifft, aber die Szene selbst und das, worum es in der Entscheidung geht, bleibt gleich.
Beim Schreiben ist mir absolute Stille am liebsten. Manchmal habe ich Songs, die sehr gut zu einer Figur oder dem Romanthema passen, aber die höre ich nie während des Schreibens, sondern davor oder danach. Was ich unbedingt brauche, ist ein Tisch. Und der ist sehr aufgeräumt, auf ihm stehen eine Wasserkaraffe, Kerzen, eine Schale Kräutertee, Blumen, ein Telefon und ein Foto meiner Tochter. Sonst nichts. Ab und zu trinke ich am Abend während des Schreibens ein Glas Aperol Spritz, aber das ist eher Lifestyle, ich kann sehr, sehr gut ohne Alkohol schreiben
😀
 
Oh ich kann mir gut vorstellen das es dann ärgerlich war wen du die Szenen umschreiben musstest. Aber es ist auch schön die entwicklung der Charakter zu erleben also denke ich war es halb so schlimm. 🙂 Gab es den bestimmte Lieder die du wärend des schreibens zu "Das Gift der Schlange" gehört hast?

Nein, ärgerlich war es ganz und gar nicht, denn ich liebe den Überarbeitungsprozess. Ich bin Perfektionistin, ich kann stundenlang an der besten Formulierung basteln und die Wirkung erhöhen 😀
Zu "Das Gift der Schlange" hatte ich keine Lieder. Das ist bei den Marchese-Romanen nicht so einfach, weil es ja Musik sein müsste, die es zu seiner Zeit schon gab. Rondo Veneziano hörte ich ein paarmal, aber das passte nicht so wirklich.
Oh ja so viel auswahl an Musik hat man da leider nicht. Gab und gibt es eigendlich andere Autoren die dich geprägt haben oder die heute einfluss auf dich und dein schreiben nehmen?

Oh ja, auf jeden Fall! Am stärksten geprägt hat mich zweifellos Schiller, ich lernte von ihm, wie man eine Figur aufbaut, mit inneren Konflikten ausstattet und psychologisch begründet. Mit seiner Sprache habe ich mich so intensiv auseinandergesetzt, dass auch meine stark rhetorisch und rhythmisch wurde. Zur Sprache könnte ich dir eine ganze literaturwissenschaftliche Vorlesung halten 😉 Wesentliche Züge von Marquis Posa aus "Don Karlos" flossen in den Marchese ein, und nicht von ungefähr trägt er ausgerechnet diesen Titel. Von Schiller kommt auch die Opferbereitschaft meiner Helden und mein Hang zur Tragödie und zu überwältigenden Gefühlen.



Nachhaltig beeinflusst, wenngleich er literarisch nicht einmal annähernd so wertvoll ist, hat mich Karl May. Er eröffnete mir die Abenteuerwelt, und die Winnetou-Romane habe ich als Teenager verschlungen. Der Marchese hat auch Winnetou-Elemente, die langen schwarzen Haare etwa, überhaupt das gute Aussehen und das Kriegerische. Er ist ein phänomenaler Reiter und Fechter.




Dann gibt es noch zwei Autoren, die ich sehr schätze: John Grisham schreibt geniale Thriller und zog mich in dieses Genre. Elizabeth George ist eine Klasse für sich beim Ausarbeiten von Figuren und Milieustudien.
Schiller und Karl May findet man auch in meinem Regal wieder. Aber sag mal findet man auch Charkterzüge von dir in deinen Charakteren wieder?



Durchaus lacht. Ich habe sie auf verschiedene Figuren aufgeteilt. Am meisten von mir steckt im Marchese, sehr viel auch in der Gräfin. Und Giacomo hat meinen Humor, ironisch bis sarkastisch, aber immer liebenswürdig und mit einem Augenzwinkern.
Ich mag übrigens subtilen Humor, mit Schenkelklopfern und Klamauk kann ich gar nicht umgehen. Die sind mir peinlich.
Die gewisse prise Humor gehört für mich ja imem rin ein gutes Buch dazu. 🙂 Gibt es etwas was du im nach hinein noch am Buch ändern würdest?
Manche Leser sind sofort in der Geschichte, andere kommen etwas schwerer hinein. Ich würde mir daher den Beginn noch einmal ansehen, konkret die Salonszene und die Szene im Haus des Herzogs, und prüfen, ob ich hier die Lektüre erleichtern kann. Aber sonst bin ich mit dem Buch sehr zufrieden. 
Ja so ging es mir auch aber dennoch ist der Anfang gut geschrieben. Nun hab ich noch 2 Fragen an dich! 😉 Die erste gibt es noch etwas was du deinen Lesern gerne mal sagen möchtst? 
Das Wichtigste, das ich meinen Lesern sagen möchte, ist DANKE! Danke, dass es euch gibt, danke, dass ihr mit mir in eine Geschichte eintaucht und meine Figuren liebt. Natürlich könnte ich mir die Geschichten auch selbst erzählen, aber zu wissen, dass ihr darauf wartet, macht einfach doppelt so viel Spaß. Zweitens freue ich mich über jede Rückmeldung. Ich liebe Rezensionen, Mails und Kommentare. Keine Angst, Ihr müsst dazu nicht perfekt schreiben können, mir ist es einfach wichtig, euch zu spüren. Das dritte ist ein ganz großer Appell an euch. Bücher leben von der Mundpropaganda. Wenn euch ein Buch gefällt - und damit meine ich nicht nur meine eigenen - dann redet bitte darüber. Unterstützt eure Lieblingsautoren, wir brauchen euch! 
Das hast du sehr schön gesagt ❤ Zu guter letzt möchte ich dich einfach nur bitten uns deine Links zu zeigen, wo du und deine Bücher zu finden sind, damit die Leser etwas stöbern können! 🙂 
Super Klasse ich danke dir nochmal für deine Zeit und freue mich schon darauf mehr von dir und deinen Abenteuern zu lesen ! ❤ 
Danke dir nochmals für die Einladung ❤ 
 
 
  
 


 

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